Das Lager des Landsknechtstrosses

Ein Landsknechtsheer hat seine Besonderheiten. Die Knechte/ Söldner waren Selbstversorger und hatten sich damals in kleinen Gruppen, den Rotten, organisiert. So wie sie ihre eigene Ausrüstung mit zu bringen hatten, sorgten sie auch selber für ihre Verpflegung. Häufig waren sie mit Kind und Kegel unterwegs, oder taten sich für die Zeit eines Feldzuges mit einer Frau zusammen. So kam nach den Überlieferungen zur Anzahl der Kämpfer noch mal die gleiche Anzahl oder gar ein Vielfaches an Personen im sogenannten Tross zusammen. Einer Ansammlung von Frauen, Kindern, Trossbuben, Händlern (sog. Marketendern), Handwerkern, Spielleuten, Huren und vielem mehr. Es war gleichsam ein Spielgelbild der damaligen Gesellschaft, das den Landsknechten folgte und das für die Versorgung der Truppe auch notwendig war. Es wurde angeboten und verkauft, was die Menschen brauchten, teils wurde es unmittelbar beim Tross hergestellt oder wieder instandgesetzt.
Das Leben spielte sich im Freien ab, wer ein dichtes Zelt besaß konnte sich glücklich schätzen. Einfache Hütten und Unterstände waren eher üblich.
Über die Zucht und Ordnung im Tross wachte der vom Feldhauptmann bestellte Huren- oder Trosswaibel mit seinen Gesellen.
In unserem Lager können wir davon nur einen kleinen Ausschnitt zeigen. So gibt es einen Sudler (Koch) der mit seinen Mägden am offenen Feuer kocht, brät und an die Knechte verkauft, daneben einen Schankwirt, der frisches Bier und Wein feilhält. Die Reiberin/ Baderin kümmert sich um die Wunden der Verletzten und sorgt daneben auch dafür, dass die Reinlichkeit nicht zu kurz kommt … wer es ich leisten kann nimmt ein Bad, vielleicht in Gesellschaft.
Unsere bunten Zelte geben einen stimmungsvollen Rahmen für unsere Darstellung ab. Wenn ausreichend Lagerplatz vorhanden ist, können bis zu zehn Zelte aufgestellt und weitere Unterstände konstruiert werden. Wagen und Karren ergänzen die Lageratmosphäre